Tarnname Kolybel
Sowjetische Atomraketen in der Oberlausitz
- Schuster, Christof; Karthe, Matthias
- Erscheinungsjahr: 2. Auflage 2025
- Seiten: 204
Als Antwort auf die Ende 1983 beginnende Zuführung neuer US-amerikanischer Mittelstreckenraketen auf dem Gebiet Westeuropas erfolgte durch die Sowjetunion die Stationierung operativ-taktischer Raketenkomplexe größerer Reichweite in der DDR und der CSSR.
Einer der insgesamt drei Stationierungsorte war dabei die Oberlausitz. Für knapp vier Jahre waren ab dem Frühjahr 1984 die 119. Raketenbrigade und die 2454. Bewegliche Raketentechnische Basis in Königsbrück und Bischofswerda stationiert.
Ausgestattet mit dem nuklearen Raketenkomplex SS-12 sollten sie durch ihre Anwesenheit helfen, das Kräftegleichgewicht zwischen NATO und Warschauer Pakt zu wahren.
Das vorliegende Buch versucht, erstmalig einen vollständigen Überblick über die Stationierung dieser sowjetischen Kernwaffeneinsatzmittel im Raum Königsbrück/Bischofswerda zu geben. Dafür wurden mehrere tausend Seiten Geheimdienstberichte und Archivunterlagen gesichtet und ausgewertet. Durch den Kontakt zu vielen ehemaligen sowjetischen Raketensoldaten war es möglich, bisher unbekannte Aspekte offenzulegen, die militärischen Strukturen zu rekonstruieren, sowie eine Übersicht über die oftmals abgerissenen Raketenobjekte zu geben. Zum ersten Mal kann nun auf die geheime Lagerung, die Logistik und internen Prozeduren zur Anwendung der Raketen sowie der nuklearen Gefechtsköpfe eingegangen werden.
Über 100 Fotos und Grafiken sowie Interviews mit Zeitzeugen zeigen eine bisher unbekannte Seite dieses Kapitels der Zeitgeschichte.
Niederlausitzer Verlag Guben
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